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13.10. - 14.11.2008 
Am 13. November beenden wir den Kurzbesuch in Chile und verabschieden uns von Rolf, mit dem wir 4 1/2 Wochen auf Schritt und Tritt unterwegs waren.
Ueber den 4200m hohen Paso Jama wechseln wir hinueber nach Argentinien. Es ist eine farbenfrohe Fahrt, denn die Pastelltoene der Gesteine wechseln schnell. In Tilcara inhalieren unsere Augen das erste satte Gruen seit Monaten. Nach der Kargheit des Anden-Hochlandes tut es gut, saftige Wiesen und fruehsommerlich bluehende Baeume zu sehen. Aber auch im Westen Argentiniens beschraenkt sich das Gruen hauptsaechlich auf Oasen entlang der Fluesse. Der Rest ist steinige Wueste mit stacheligen Straeuchern oder Kakteen.
Salta ist unsere erste groessere Stadt in Argentinien.
Sie ist voll von Autos. So viele alte Autos auf einem Haufen haben wir in keinem anderen Land gesehen. Klar, die schaffen es nicht weit aus der Stadt und daher gibt es ueberland fast keinen Verkehr. Bei Guillermo in Salta muessen wir den Motorraedern nach den Strapazen durch Peru und Bolivien ein Ventil- und Gabelservice goennen. In dieser Hinsicht waren unsere Hondas viel praktischer, weil wir die Ventile selbst einstellen konnten und dafuer nicht immer der gesamte Motor geoeffnet werden musste.
Etwas gewoehnungsbeduerftig ist die lange Siesta in Argentinien. Zwischen 12 und 17h tut sich gar nichts. Das ist genau die Zeit, in der wir normalerweise durch die Doerfer fahren. Die Nachmittagsjause holen wir uns daher oft im Eissalon - dem einzigen Laden, der geoeffnet ist. 
Ab Cachi wird die "Ruta 40" unser grober Leitfaden nach Sueden. Sie zieht sich grossteils geschottert durch ganz Argentinien.
Cafayate gefaellt uns auf Anhieb - nicht nur wegen der exzellenten Konditorei, sondern auch wegen dem Wein. Es gibt viele Bodegas, in denen man guten Wein umsonst verkosten kann. In der weiten Ebene mit dem konstanten warmen Klima werden durch Bewaesserung mehrere Milionen Liter Rot- und Weisswein pro Jahr erzeugt. Trotz der Affen-Hitze steigen wir auf einen der umliegenden Berge. Denn 7 Wochen motorradfahren als einziger Sport ist genug! 
Auch suedlich von Cafayate ist die "Ruta 40" einsam und ohne Anhaltspunkte. Abgesehen von der begleitenden Praecordilliere geht der Blick ins Leere. Nur ca. 5x/Stunde wird diese Leere durch die Staubfahne eines Autos unterbrochen.
Eine nette Abwechslung ist die Einladung von Carlos in Chilecito.
3 Tage lang duerfen wir sein zweithaus fuer uns allein haben. Allerdings ist es gar nicht so leicht, immer wieder zu unserem rosaroten Haus zurueckzufinden. Denn in der vom Staat erbauten Reihenhaus-Siedlung sind alle Haeuser gleich, und alle sind rosarot! Nach dem gemeinsamen Sonntagsausflug mit obligatorischem "Mate"Trinken ("Mate" ist in Argentinien und Chile Kult. Die Thermoskanne mit Wasser darf nie fehlen. Damit werden die Mateblaetter in einem kleinen Gefaess aufgegossen, und danach zuzelt man stundenlang am zugehoerigen Trinkrohr) will uns die nette Familie (Carlos, Soraya und 4 Kinder) gar nicht mehr weglassen. Von Chilecito waeren es auf der "Ruta 40" nur noch 4000km bis ans suedliche Ende der Welt. Mit Umwegen wollen wir dort aber erst Ende Januar 2009 ankommen. 
Auf guten aber geraden Schotterstrassen folgen wir der Andenkette bis Uspallata, von wo wir einen Abstecher zum Aconcagua an der chilenischen Grenze machen. Sein Anblick verzaubert uns bei Weitem nicht so, wie die Berge bei Huaraz. Man sieht ihm gar nicht an, dass er fast 7000m hoch ist. Beim nahen Skigebiet machen wir einen Blick in den Skiverleih und entdecken als modernstes Teil eine 24(!)Jahre alte Tyrolia-Bindung. Die restlichen Ausruestungsgegenstaende sind noch aelter!
Auf der Weiterfahrt nach Mendoza gibt es endlich wieder einmal viele Kehren. In der 1,5Mio-Stadt selbst ist das Klima viel besser als im Umland. Durch alle Strassen der Innenstadt laufen offene Bewaesserungskanaele. So koennen Baumreihen erhalten werden, dessen dichtes Blaetterdach einerseits die Hitze ertraeglich machen, und andererseits Bau-Suenden verdecken. Die Armut der Argentinier erkennen wir erst auf den zweiten Blick. Auf offener Strasse bettelt kaum jemand, aber im Restaurant bitten durchwegs gut gekleidete Leute um Deine Essensreste. Die Lebenskosten sind stark gestiegen. Dass Fleisch seit Beginn des Jahres fastr doppelt so teuer geworden ist, schmerzt uns allerdings nicht sehr, denn so oft wir es ausprobieren - wirklich begeistert sind wir nie. Vielleicht liegt es daran, dass die besten Stuecke ins Ausland exportiert werden. Der Besuch beim Fleischer erinnert uns jedesmal an eine Raubtierfuetterung: Gekauft wird meist im Ganzen inklusive Fettraendern und Flagsen und selten weniger als 5kg. Der Jahresverbrauch an Fleisch liegt in Argentinien bei 70kg pro Kopf!
Weil Mendoza fuer die naechsten 4 Monate unsere letzte Grossstadt sein wird, verbringen wir einige Tage damit, wichtige Besorgungen fuer die Weiterreise zu machen. Auf diesem Wege lernt man eine Stadt sowieso am besten kennen. Ausserdem lernen wir die Schweizer Esther und Peter, unterwegs mit Andis Traumfahrzeug(ein Landy) kennen. Dadurch vergehen die Abende am Campingplatz wie im Flug.
Vom Nobel-Skiresort Las Leñas sind wir sehr entaeuscht: nur haessliche Hotelburgen im Ostblock-Stil, ein Haufen Security in dieser Geisterstadt und keine Moeglichkeiten zum Wandern oder Mountainbiken. Und das 50km suedlich gelegene “Reit- und Wanderzentrum” Malargüe ist ueberhaupt ein Flop, weil es weit und breit gar keine Berge gibt. Dafuer lernen wir am Campingplatz die Braeuche der Argentinier naeher kennen : Viele Camper trudeln erst so gegen 23h ein, und dann werden bei Kofferradio-Musik die Zelte aufgestellt. Erst danach beginnt das Grillen und jeder tut so, als waere es erst Nachmittag. Sogar die Kinder spielen scheinbar lieber bei Dunkelheit.
Auf der Weiterfahrt streifen wir noch ein steiniges Gebiet mit der weltweit hoechsten Vulkankrater-Dichte. Und wenig spaeter ueberqueren wir die Provinzgrenze nach Nequén, welches man schon Patagonien zurechnet.


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